Bitte an die Menschheit, Fahrstühle betreffend

Als Rollstuhlfahrer kann man gar nicht anders, als ein gespaltenes Verhältnis Fahrstühle betreffend zu entwickeln. Zum einen sind sie ja wirklich eine der großartigsten Erfindungen der Menschheit, zum anderen fehleranfällig, launisch und zickig wie die größte Diva nicht. Und sie neigen dazu, immer dann kaputtzugehen, wenn man es gerade überhaupt nicht brauchen kann. Sei es, weil es gerade in Strömen regnet und man vor der S-Bahn-Station steht, sei es, weil man gerade im dritten Stock eines Gebäudes ist und noch hinunter muss. Am Bedauerlichsten aber ist, dass das die Verantwortlichen für das Funktionieren von Liften nicht sonderlich stört. Meistens nehmen sie eher den Rollstuhlfahrer als Störung wahr als den ausgefallenen Lift. Wahrscheinlich auch, weil sich nur ersterer beschwert.

Liebe Menschheit, bitte also noch rasch einen störungsfrei funktionierenden Lift erfinden! Danke.

1 Kommentar

  1. Marianne Oeschger

    Unvergessen: Fort- und Weiterbildung für Grundschullehrer, Bereich Integration an der PH Ludwigsburg, vor etwa 2 Jahren. Den ganzen Tag gab es unterschiedliche Workshops und Arbeitsgruppen auf verschiedenen Stockwerken. Hochinteressant und wirklich hilfreich. Während der letzten Workshoprunde (viele Teilnehmer hatten schon den Heimweg angetreten) ging irgendjemand mit Schlüsselgewalt nach Hause und dachte sich: Den Aufzug braucht jetzt auch keiner mehr.
    Leider war da noch ich, im Rollstuhl, in der dritten Etage. Und bis meine Kollegin (ca. 1.60 m groß )und ich bemerkten, dass der Lift nicht mehr ging, waren auch alle anderen Teilnehmer unseres Workshops die Treppe runter und weg.
    Das sind die Momente, in denen man sich freut, dass man MS hat…und nicht etwa einen Querschnitt. 3 Stockwerke sind ganz schön viel, aber irgendwie bin ich das runter gelaufen und meine zierliche Kollegin hat den Rollstuhl runter bugsiert. Notfalltelefonnummer oder auch nur ein Hausmeister?- Fehlanzeige!!! Jetzt lachen wir darüber, auch weil ich ja noch gehen kann und wir glimpflich davon kamen, aber dort war uns nicht zum Lachen.
    Über Lifte könnte ich ein Buch schreiben: In den im Haus, in dem meine Tochter wohnt, kriegt man weder Rollstuhl noch Kinderwagen, den im Festspielhaus in Baden-Baden darf ich nicht benutzen (Begründung: Ich kann die Treppen im Brandfall nicht selber runter…), manche erreicht man nur über drei Stufen…ich glaube, darüber muss man versuchen zu lachen, sonst wird man verrückt, ich jedenfalls…

Ihr Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>