Und jetzt Politik!

Vor mehr als einem Jahr war das. Ausgerechnet im Lokal mit dem sprechenden Namen „Bürgerheim“ sagte die Blinde Verena Bentele zu mir: „Max, wenn wir Menschen mit Behinderung wirklich etwas verändern wollen, reicht das mit dem Bücher schreiben nicht. Du musst in eine Partei.“ Wir kabbelten und dann noch ein wenig, welche das sein sollte. Ihre wollte ich nicht, und sie meinen Vorschlag nicht. Und damit war das Thema für mich abgehandelt.

Trotzdem ertappte ich mich in den folgenden Monaten immer wieder beim Verfassen von Wahlkampfreden. Einen Tick zu interessiert verfolgte ich die Berichte über den hessischen Landtagsabgeordneten mit Tourette, über die Erfurter Stadträtin mit Rollstuhl. Oder beobachtete, wie die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin sich im Stehen an das Rednerpult klammerte …

aus einer SMS einer Unterstützerin

Was hätte ich beizusteuern? Vor allem eine andere Perspektive. Und dann das Wissen, dass Staus und Behinderungen zum Leben dazu gehören. Ich kann anderen vielleicht ein Stück weit die Angst davor nehmen. Das Leben geht im Rollstuhl weiter, im Sitzen eben. Behinderungen stacheln einen an, sind eine fortwährende Übung in Improvisation, darin pragmatische Lösungen zu finden, Hilfe anzunehmen, Verbündete zu suchen – kurz: Politik zu machen …

Und nun ist es so weit: Am 13. und 14. September entscheidet die GRÜNE Basis über die Liste der Kandidaten für die Kommunalwahl 2020. Und ich habe tolle Unterstützer gefunden: Oswald Utz (Behindertenbeauftragter in München) – Verena Bentele (VdK-Präsidentin) – Thomas Gehring (Landtagsvizepräsident) – Eva Mair-Holmes (Trikont-Chefin) … um nur ein paar zu nennen.